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Chapter 1
Das Huhn in der heiligen Kiste
Die Kiste in der Dorfkirche wackelte.
Primo hielt den Atem an. Neben ihm presste Kolle beide Hände vor den Mund, damit sein Kichern nicht durch die Kirche schallte. Aus der Kiste kam ein leises „Gack!“.
„Es klappt“, flüsterte Kolle.
„Natürlich klappt es“, sagte Primo. „Ich habe den Plan gemacht.“
„Du hast gesagt: Wir verstecken das Huhn in der Kiste.“
„Ein sehr guter Plan braucht nicht viele Wörter.“
Die Kirche stand am Rand des Marktplatzes. Durch die bunten Glasfenster fiel warmes Licht auf den Steinboden. Es roch nach Holz, Kerzen und ein wenig nach Federn. In der Mitte des Raumes stand die große Kiste. Darin lag normalerweise das heilige Buch von Magulus.
Heute lag dort auch das Huhn.
Primo hatte die Kiste vorsichtig mit Heu ausgelegt. Kolle hatte das Huhn vom Stall herübergetragen. Es war ein rundes, weißes Huhn mit einem roten Kamm und erstaunlich lauten Füßen.
„Magulus wird die Kiste öffnen“, sagte Kolle. „Dann springt das Huhn heraus, und alle lachen.“
Primo nickte. „Vielleicht lacht sogar Bitra.“
„Und wenn Bitra lacht, ist es ein besonders guter Streich.“
Draußen erklangen Schritte. Mehrere Dorfbewohner liefen über den Marktplatz. Boris rief nach seinen Weizensamen, Gustav schlug in der Schmiede auf einen Eisenbarren, und irgendwo blökte ein Schaf. Das Dorf war wie immer voller Geräusche.
Primo und Kolle schlichen hinter einen Pfeiler.
Die Kirchentür öffnete sich. Magulus trat ein, gefolgt von Bitra. Der Priester und Bürgermeister trug seine braune Robe. Bitra hielt eine Laterne und eine kleine Liste in der Hand.
„Das heilige Buch liegt hoffentlich noch in der Kiste“, sagte Magulus.
Primo grinste.
Kolle wackelte vor Aufregung mit den Schultern.
Magulus ging zur Kiste. Er legte die Hand auf den Deckel und hob ihn an.
Das Huhn sprang heraus.
„GACK!“
Es flatterte auf Magulus’ Kopf.
Bitra ließ beinahe die Laterne fallen. Magulus erstarrte. Das Huhn landete auf seiner Robe, rutschte an der Seite herunter und lief im Kreis um seine Füße.
Für einen Moment sagte niemand etwas.
Dann prustete Kolle los.
Primo lachte ebenfalls. Er konnte nicht anders. Das Huhn war schneller als ein Minecart und viel schlechter im Bremsen.
Magulus nahm langsam seine Mütze ab. Eine Feder klebte daran.
„Primo“, sagte er.
Das Lachen blieb Primo im Hals stecken.
„Ja, Magulus?“
„Kolle.“
Kolle versteckte sich halb hinter dem Pfeiler. „Ja?“
Magulus sah zur Kiste. „Warum ist ein Huhn in der Kiste, in der das heilige Buch liegen soll?“
„Damit es auf das Buch aufpasst“, sagte Primo.
„Es hat das Buch bewacht?“
„Sehr sorgfältig“, meinte Kolle. „Es hat die ganze Zeit gegackert.“
Magulus hob die Augenbrauen. Sein Gesicht wurde nicht wütend, aber sehr ernst. Das war schlimmer. Bei einem wütenden Dorfbewohner wusste man wenigstens, woran man war. Bei Magulus wurde die Luft still.
„Der Streich war nicht harmlos“, sagte er. „Die Kirche ist ein besonderer Ort. Und das Buch ist kein Spielzeug.“
Primo senkte den Kopf. „Wir wollten niemanden ärgern.“
„Das glaube ich euch.“ Magulus zeigte auf das Huhn, das gerade an seinem Schuh pickte. „Trotzdem müsst ihr Verantwortung übernehmen. Holt das Huhn zurück in den Stall. Danach räumt ihr die Kirche auf.“
„Ja, Magulus“, sagten Primo und Kolle gleichzeitig.
Primo ging zur Kiste. Er wollte das heilige Buch herausnehmen und auf den Altar legen. Doch in dem Augenblick bewegte sich das Huhn wieder.
Es sprang mit beiden Füßen auf den Rand der Kiste.
Unter dem Holz klickte etwas.
Primo hielt inne.
Ein dünnes, rotes Leuchten erschien zwischen zwei Steinplatten. Es kroch wie ein roter Faden über den Boden und verschwand unter dem Altar.
„Kolle“, flüsterte Primo.
„Das ist Redstone“, sagte Kolle. Seine Stimme klang plötzlich gar nicht mehr lustig.
Das rote Leuchten wurde heller.
Ein Klick folgte dem nächsten. Unter dem Boden rasselte es. Die Laterne in Bitras Hand flackerte. Das Huhn flatterte erschrocken auf eine Kirchenbank, blieb dort aber sicher sitzen.
Magulus trat einen Schritt zurück. „Was geschieht hier?“
Primo wusste es nicht. Er wusste nur, dass er die Kiste geöffnet hatte. Er hatte das Huhn hineingesetzt. Und nun leuchtete Redstone in der Kirche.
Das rote Signal lief weiter. Es verschwand durch eine schmale Ritze in der Wand, genau in Richtung Schluchtrand.
Draußen erklang ein tiefes Dröhnen.
Die Dorfbewohner auf dem Marktplatz verstummten. Primo hörte, wie jemand einen Eimer fallen ließ. Dann rief Boris: „Seht nur!“
Primo rannte zur Tür. Kolle folgte ihm. Magulus und Bitra kamen direkt hinterher.
Am Aussichtspunkt standen bereits mehrere Dorfbewohner. Die riesige Schlucht lag vor ihnen. Ihre steilen Wände fielen tief hinab. Unten glitzerten Wasserstellen zwischen Stein und Erde. Über der Schlucht hing der Abendhimmel, orange und violett.
Doch dort unten war etwas Neues.
Ein roter Punkt leuchtete in der Felswand.
Er blinkte langsam.
Aufleuchten.
Dunkel.
Aufleuchten.
„Das war vorher nicht da“, sagte Bitra.
„Es ist ein Signal“, murmelte Kolle.
Primo legte die Hände auf das Holzgeländer. Es fühlte sich rau und warm von der Sonne an. Sein Bauch wurde ganz klein.
Magulus kam neben ihn. „Du hast die Kiste geöffnet.“
Primo nickte.
„Und das Huhn hat den Kontakt ausgelöst.“
Wieder nickte Primo.
Kolle hob einen Finger. „Vielleicht war es auch ein sehr kluges Huhn.“
Das Huhn kam aus der Kirche gelaufen und blieb direkt hinter ihnen stehen. Es gackerte einmal.
Niemand lachte.
Vom anderen Ende des Marktplatzes kam ein schweres Stampfen. Der Reisengolem trat zwischen den Häusern hervor. Der riesige Eisengolem warf lange Schatten auf den Weg. Seine eisernen Arme bewegten sich langsam, während er zum Schluchteingang ging.
Dort stand ein altes Tor aus Stein und Eisen. Es war seit langer Zeit verschlossen. Der Reisengolem stellte sich davor und blieb stehen.
Das rote Licht in der Schlucht blinkte erneut.
Diesmal antwortete ein kleines rotes Leuchten am Tor.
Primo schluckte.
„Das gehört zusammen“, sagte er.
Magulus sah ihn an. „Dann war euer Streich der Auslöser.“
Primo spürte, wie seine Ohren heiß wurden. Eben hatte er noch auf einen lustigen Sprung aus der Kiste gewartet. Jetzt sah er ein Signal in der Schlucht und den Reisengolem vor einem verschlossenen Tor.
„Es tut mir leid“, sagte er. „Ich wollte nur, dass alle lachen.“
Magulus’ Stimme blieb streng, aber ruhig. „Ein guter Streich darf überraschen. Er darf aber niemanden in Gefahr bringen und keinen wichtigen Ort durcheinanderbringen. Ihr werdet das Huhn zurückbringen. Und ihr bleibt heute vom Schluchtrand fern.“
„Aber wir müssen wissen, was das Licht bedeutet“, sagte Kolle.
„Nicht heute“, antwortete Magulus. „Heute sichern wir das Dorf.“
Er drehte sich zu Bitra. „Sag Walter, dass niemand zum Tor geht. Und bitte Alwin, die Kirche zu schließen, bis wir den Boden geprüft haben.“
Bitra nickte und lief los.
Primo sah wieder hinab. Das rote Licht blinkte weiter. Es wirkte nicht wie eine Fackel. Es war zu gleichmäßig. Ein Signal, das auf eine Antwort wartete.
„Primo“, sagte Magulus, „bring das Huhn in den Stall.“
Primo ging in die Hocke und hielt die Hände hin. Das Huhn wich erst zurück, dann sprang es auf seinen Arm. Seine Krallen kitzelten.
Kolle nahm die andere Seite. Gemeinsam trugen sie es über den Marktplatz. Hinter ihnen blieb Magulus am Aussichtspunkt stehen. Der Reisengolem bewachte den verschlossenen Schluchteingang.
Im Stall setzte Primo das Huhn auf einen Heuballen. Es schüttelte die Federn und sah ihn an, als hätte es den ganzen Plan erfunden.
„Du bist kein guter Wächter“, sagte Primo.
„Aber ein guter Auslöser“, meinte Kolle.
Primo dachte an das heilige Buch. Es lag noch immer in der Kiste. Vor der Kiste war nun ein roter Redstone-Faden sichtbar, der unter den Steinen verschwand.
Er hatte bekommen, was er wollte: Magulus war überrascht worden.
Doch der Streich hatte einen Preis. Die Schlucht hatte geantwortet.
Draußen blinkte das rote Licht ein letztes Mal. Der Reisengolem hob langsam den Kopf und blieb vor dem Tor stehen, während über dem Dorf die Nacht hereinbrach.
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What's inside: 5 chapters
- 1. Das Huhn in der heiligen Kiste
- 2. Der Wächter aus Eisen
- 3. Die Karte mit dem fehlenden Stück
- 4. Das Tor unter der Schlucht
- 5. Ein neues Licht am Aussichtspunkt
About this book
"Das Geheimnis Der Schlucht" is a children's book by Anonymous with 5 chapters and approximately 8,068 words. Primo und Kolle lösen ein Geheimnis, das ihr Minecraft-Dorf an der Schlucht bedroht.
This book was created using Inkfluence AI, an AI-powered book generation platform that helps authors write, design, and publish complete books. It was made with the AI Children's Book Creator.
Frequently Asked Questions
What is "Das Geheimnis Der Schlucht" about?
Primo und Kolle lösen ein Geheimnis, das ihr Minecraft-Dorf an der Schlucht bedroht
How many chapters are in "Das Geheimnis Der Schlucht"?
The book contains 5 chapters and approximately 8,068 words. Topics covered include Das Huhn in der heiligen Kiste, Der Wächter aus Eisen, Die Karte mit dem fehlenden Stück, Das Tor unter der Schlucht, and more.
Who wrote "Das Geheimnis Der Schlucht"?
This book was written by Anonymous and created using Inkfluence AI, an AI book generation platform that helps authors write, design, and publish books.
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